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Nichts zu klagen, nichts zu meckern
Kulturklub zog Jahresbilanz - Vorstand wiedergewählt - Weiter auf bewährte Konzepte
verlassen
Mit zwei "schlechten Nachrichten" startete Detlef Linke in die Jahreshauptversammlung des Kulturklubs -
damit sie gleich vom Tisch waren und genügend Zeit blieb für den Rest. Und der war so positiv,
dass der Vorsitzende und sein komplettes Vorstandsteam einmütig für weitere zwei Jahre im Amt
bestätigt wurden.
"2500 Euro Verlust" stehen laut Linke in der Bilanz 2004. Das sei aber eine Zahl, die man hinnehmen
könne, angesichts der Tatsachen, dass a) ein Verein keine Profite machen darf, b) die Summe nur ein
kleiner Teil im Gesamtvolumen von mehrere Zehntausend Euro ist und c) mit "Harzburg Hör Her" 2004 eine
Veranstaltung auf dem Programm stand, die bei freiem Eintritt aber hohen Kosten keine Gewinne machen
konnte.
Die zweite schlechte Nachricht war nicht gar so leicht zu erklären, aber ebenfalls zu verschmerzen:
9700 Besucher zählte der Verein bei 30 Veranstaltungen - 1000 Gäste weniger als im Jahr zuvor.
Aber durchschnittlich 323 Besucher sei immer noch ein Wert, nach dem sich andere die Finger lecken
würden. Kurzum: "Wenn wir klagen, dann auf hohem Niveau".
Bei den 30 Veranstaltungen (davon fünf der "Bühne Bad Harzburg") baute der Verein wieder auf
sein bewährtes Konzept: Große Namen (zum Beispiel waren Uwe Seeler, Ingo Oschmann und Brigitte
Mira zu Gast), aktuelle Themen (unter anderem "Familienaufstellung") und lokale Größen ("Dr.
Jazz", Rolf Köhlert, "Themenbrueder" und die hiesige Musikszene bei "Hör Her"). Zudem ruhte das
Programm wieder auf den bewährten thematischen Säulen: Kabarett/Comedy (unter anderem mit
Matthias Deutschmann und Django Asül), Lesungen (wie der mit Charles M. Huber) und Musik (von der
"Open Air Summernight" bis "Silent Radio"). Außerdem gibt es nun auch Filmabende, die sich allerdings
noch etablieren müssen.
Auch beim Theater, das der Kulturklub für die Stadt betreut, gibt es "nichts zu klagen, nichts zu
meckern". Zwar beinhaltete die Saison 2003/04 einige Stücke, "die nicht ganz so gut waren" und es gab
deshalb Abo-Kündigungen, doch die konnten in der laufenden Spielzeit durch Werbeaktionen aufgefangen
werden. 327 Abonnenten hat die "Bühne Bad Harzburg" derzeit, dazu kommen pro Saison rund 700 einzeln
verkaufte Karten. Damit erreicht das Theater einen Kostendeckungsgrad von fast 60 Prozent, "auch danach
würden sich andere die Finger lecken".
Im Zusammenhang mit dem Theater freute sich Linke auch über die gute Kooperation mit den Kur-,
Tourismus- und Wirtschaftsbetrieben. Im November gab es bei einem Stück massiv Ärger hinter den
Kulissen. Wegen des schlechten Zustands beispielsweise der Garderoben wären die Schauspieler schon
fast nicht aufgetreten. Anschließend wurde mit den KTW gesprochen und "das hat 100 Prozent
funktioniert": Derzeit werde ein sechsstellige Summe ins Kurhaus investiert.
Eine gute Bilanz zog Linke auch in Sachen Internet: 32 266 Zugriffe verzeichnete
"www.kulturklub-bad-harzburg.de" im vergangenen Jahr. Und last but not least die Mitglieder: 300 sind es
jetzt, "eine ordentliche Zahl", wenn man bedenke, dass vor zwei Jahren erst die 250er-Marke erreicht worden
war.
Weil alles so schön läuft, macht der Kulturklub weiter wie bisher: Das Programm, das für
das erste Halbjahr nahezu komplett vorliegt, wurde wieder nach bewährtem Muster gestrickt: Musik (in
einigen Tagen stehen "LaLeLu" auf der Kurhausbühne), Kabarett (unter anderem mit Jess Jochimsen),
Lesungen (Arno Surminski, Eva Maria Hagen, Oscar Lafontaine haben schon zugesagt) und Musik (im Mai zum
Beispiel die "XI. Harzburger Songnacht"). Und auch die Theaterspielzeit 2005/06 steht bereits fest.
Detlef Linke bleibt Vorsitzender des Kulturklubs. Ihm zur Seite stehen (von links) Ingeburg Staas, Herma
Völker, Kerstin Möser, Jennifer Vogs, Ina Sattler sowie (nicht im Bild) Melanie Jacobs, Jennifer
Sukopp, Thomas Beckröge, Hans-Peter Dreß, Detlev Lisson und Margarete Demmnig.
Quelle: Goslarsche Zeitung
Montag, 28. Februar 2005
Text und Foto: Holger Schlegel
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