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Ferrari Küsschen:
Nettes von den "Opel Küsschen"
Hannoveraner a-capella-Gruppe : Schöner Gesang, durchschnittlicher
Humor
Schöner Gesang, der Durchschnitts-Humor überspielte: Die
a-capella-Gruppe "Ferrari Küsschen" bescherte den Gästen des Kulturklubs am Sonnabend einen
Abend, den man als "nett" bezeichnen kann. Mehr aber auch nicht.
Musikalisch kann man auf die Hannoveraner Gruppe nichts kommen lassen: Haide (Mezzosopran), Sylvia (Alt),
Margarete (Sopran), Volker (Tenor) und Martin (Bass) können singen und das am besten gemeinsam. Sie
hielten sich treu und auf "Nummer Sicher" an das, was legendäre Vokalensembles wie "Manhattan
Transfer" und "Comedian Harmonists" vorgemacht haben, und bastelten ein wenig daran herum. Klassiker des
Genres ("Gloria") und die Standards eines munteres Gesangsabends ("Ich will keine Schokolade"), die sich
per se schon gut hören lassen, wurden mal mehr mal weniger munter aufgefrischt. Dazu gesellten sich
Neuheiten, wie der "Massenmörder-Dixieland" ("Warte, warte noch in Weilchen") und diverse Variationen
über "Kling Glöckchen". Das war ok, das machte Spaß.
Der Humor allerdings hinkte dem Ganzen hinterher. "Rasant" war da nichts, oder zumindest nur wenig. Das
Gros der Gags pendelte zwischen Massenware wie der x-ten "Tina-Turner-Parodie" (neu, aber auch nicht
umwerfend war nur der Krückstock) und angestaubten musikalischen Sketchen, die unangenehm nach Ilja
Richters "Disco-Shows" rochen - und über die konnte man schon damals nicht lachen. Das Ganze dann auch
noch in einem Bühnenoutfit, dessen endgültiger Stil noch gefunden werden muss. Christbaumketten
im Haar und eine Plastikkerze auf der Schulter, festliche Abendrobe hier, ein 80er-Jahre-Leinenanzug dort:
Das war nicht Fisch, nicht Fleisch, hatte weder genug Originalität, noch genug Stil.
Immer wieder jedoch ließen die Ferrari Küsschen auch mal durchschimmern, wie es hätte sein
können: Pfiffige Modifikationen in Text und Melodie, frontaler Spaß mit
Publikumsunterstützung und Witze mit Pointen die neu waren UND gut vorgetragen wurden. So wäre es
ungerecht zu sagen, der Abend sei vertane Zeit gewesen. Es war unterhaltsam. Nicht revolutionär, aber
solide und nett. Wie ein Opel. Nur nicht wie ein Ferrari.

Lustig und gut waren die "Ferrari Küsschen" beispielsweise auch immer dann, wenn sie das Publikum
(hier Volker aus der 1. Reihe als Mondschwenker) ins Programm mit einbezogen.
| Foto: Holger Schlegel, Goslarsche Zeitung |
Artikel: Holger Schlegel
GZ von Di., 16.11.2004 |
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