Dean Martin, Sammy Davis Jr. & Frank Sinatra:

Die Auferstehung des Mr. Bojangles - live und in Farbe

Eröffnung der Bad Harzburger Theatersaison mit Dean Martin, Sammy Davis Jr. und Frank Sinatra

Mit Livemusik, mit Charme und Glamour eröffnete am Freitag Abend die "Bühne Bad Harzburg" ihre neue Theatersaison im Kurhaussaal: Sie präsentierte drei berühmte Herren der amerikanischen Schwarz-Weiß-Ära (damals ein passender Begriff sowohl für die TV-Technik als auch für die Rassentrennung): Dean Martin, Sammy Davis Jr. und Frank Sinatra.

Sie waren Kult zu einer Zeit, als die Uhren noch langsamer tickten. Ihre gemeinsamen Auftritte Mitte der fünfziger Jahre im Sands Casino in Las Vegas sind legendär: Frank Sinatra, musikalisches Idol der Weltkriegsgeneration, Multitalent Sammy Davis Jr., tanzender, singender, stimmenimitierender puertoricanischer Schwarzer jüdischen Glaubens und Dean Martin, ehemaliger Preisboxer, Comedy-Star und "Volare"-Interpret mit Samtstimme.

Am Freitagabend wurde die Bühne des Kurhauses zum Guckkasten in die Vergangenheit: Da standen die Drei leibhaftig auf der Bühne zusammen mit Marilyn Monroe, einer Bar und einem einarmigen Banditen. Die Band spielte Live-Musik noch mit dem guten alten Kontrabass. Der Rauch der Zigaretten schwebte im Scheinwerferlicht. Lässige Gestalten, Whiskyglas in der Hand, mit Smoking und Krawatte, Swing in der Stimme und launigen Sprüchen in Originalsprache weckten uralte Erinnerung.

Ein musikalisches Panoptikum also, geschaffen von Showproduzent Frank Serr, einem Unternehmer aus der Nähe von Kaiserslautern. Von ihm stammen Idee und Konzept der Show, die keine Imitation sein soll, sondern eine Hommage. Das heißt, auf billige, der Ähnlichkeit dienende Effekte zu verzichten und statt dessen Wert auf musikalische, stimmliche, tänzerische und auch schauspielerische Qualität zu legen.

So bot der Engländer Duncan Moris als Dean Martin überhaupt keine optische Ähnlichkeit, doch seine Stimme seine Haltung, das lebensfrohe Verhältnis zu seinem Scotch-Glas ließen die Illusion lebendig werden. Ebenso seine Kollegen: Sehr jung, aber wirklich cool Landsmann Guy Mott als Frank Sinatra, Zigarette in der Hand, die Tänzerinnen umgarnend, der Meister der Show; aus Amerika stammt Steevens Gassin, der mit seiner faszinierenden, tänzerischen und fröhlichen Körpersprache die ganz besondere Ausstrahlung von Sammy Davis jr. zum Ausdruck brachte. Nina Henrich aus Deutschland war als Marilyn Monroe - "I wanna be loved by you" - der glänzende Stern, um den die Drei singend und tanzend kreisten.

Hochprofessionell waren die gesanglichen Leistungen wie auch das Spiel der Big-Band um Bandleader Zbigniew Zwadzki. Deans "Volare" entlockte den Zuschauern das berühmte "Ohohohoooo!" mit "My Way" ließ Sinatra Herzen schmelzen. Anrührend und an Ausdruckskraft einer der stärksten Momente des Abends war Sammys "Mr. Bojangles" - ein Song, der jüngst durch Robbie Williams sein ganz eigenes Comeback feierte. Somit gelang ein stimmungsvoller Saisonauftakt - ein Abend in Las Vegas.

Das Ratpack; Foto: Anke Reimann

Hommage an eine Zeit, deren Musik geprägt wurde von Dean Martin (Duncan Moris, rechts), Sammy Davis jr. (Steevens Gassin, 3. von rechts), Marylin Monroe (Nina Henrich, 3. von links) und Frank Sinatra (Guy Mott, 2. von links)..

Foto und Artikel: Anke Reimann, Goslarsche Zeitung von Mo., 30.10.2006

zurück zur Übersicht

Startseite  |  Sitemap  |  Kontakt  |  Impressum
© 2006, Kulturklub Bad Harzburg