15. Geburtstag Kulturklub:

Der Sieg über die Kulturwüste

Kulturklub Bad Harzburg feiert sein 15-jähriges Bestehen mit kurzen Reden und künstlerischen Könnern

Seine Geburtstagsparty fiel klein, aber fein aus. Der Kulturklub Bad Harzburg, der auf 15 erfolg- reiche Jahre zurückschaut, feierte sich ein wenig selbst. Und das zu Recht: Denn der Blick zurück in die lange Gästeliste offenbart so manchen Schatz.

Es war nur eine kleine Träumerei. Aber wer Geburtstag hat, darf schon einmal nach Geschenken fragen. "Vielleicht", sagte Detlef Linke und blickte in die Runde seiner Zuhörer, "gibt es ja jemanden, der in Bad Harzburg eine große Veranstaltungshalle errichten möchte. Wir würden mit Auftritten jedenfalls Gewehr bei Fuß stehen."

Mutige Töne

Es waren mutige Töne, die der 1. Vorsitzende des Kulturklubs Bad Harzburg bei dessen "Geburtstagsfeier" anschlug. Denn 15 Jahre nach seiner Gründung darf der Verein mit Fug und Recht behaupten, mit seinen Veranstaltungen oft die Kapazitätsgrenze des Kursaals und des Rittersaals im Bündheimer Schloß erreicht zu haben. Zumindest am Freitagabend konnte der Andrang bewältigt werden. Es ging beschaulich und gemütlich zu, als Linke und sein hoch motiviertes Team ihre Geburtstagsgäste im Schloß begrüßten.

Dass von mittlerweile 335 Mitgliedern nur etwa 50 gekommen waren, muss nicht als unhöfliche Geste gewertet werden. Denn viele Kulturfreunde betrachten den Sinn ihrer Mitgliedschaft eher als eine Art Sponsoring. Damit es in Bad Harzburg schöne Veranstaltungen gibt. Und damit es für sie 50 Rabatt auf den Eintrittspreis gibt. "Bad Harzburg ist keine Kulturwüste. Und das ist auch ein Verdienst dieses Vereins und seiner Mitglieder", sagte Bürgermeister Ralf Abrahms.

Wie gratuliert sich ein Verein wie der Kulturklub am besten selbst? Indem er einen Könner wie Dr. Wolfgang Schömbs alias "Dr. Jazz" ans Klavier lässt. Indem möglichst kurze Reden gehalten werden. Und indem zurückgeblickt wird auf die bisher schönsten Momente. Im Gästebuch des Kulturklubs, in Form einer Diashow an die Wand projeziert, finden sich bekannte Namen wie André Eisermann, Jürgen Prochnow, Justus Frantz, Hellmuth Karasek, Evelyn Hamann und sogar Uwe Seeler, immerhin ein Könner der Fußballkunst.

"Frische Landluft"

"Bad Harzburg ist immer eine Reise wert. Die bunt gescheckten Kühe, die frische Landluft", schrieb Dieter Nuhr am 21. Januar 2000 nach seinem Auftritt hinein -- offensichtlich mit einem Grinsen im Gesicht. Heute ist der Komiker so erfolgreich, dass ihn sein Agent sicher nicht mehr im Bündheimer Schloß auftreten lassen würde. Doch vielleicht ist das auch ganz gut so, wenn der Kulturklub seinen besonderen Charme, mit außergewöhnlichen, aber auch heimeligen Veranstaltungen erhalten möchte. "Prominente Gäste in einer Halle mit 1000 Zuschauern wären auch schön. Aber wir kommen auch so zurecht und können nicht klagen", sagte Klubchef Linke. Andernorts werde Kultur kaputt gespart. In Bad Harzburg aber leistet das Duett zwischen Ehrenamtlichen und Stadtmarketing einen wichtigen Beitrag zu einem vielfältigen Leben in der Stadt und deren Außenwirkung. Und dazu kann man nur gratulieren.

Das Gästebuch; Foto: Holger Schlegel

Gastgeber und Gäste schmökern in den Gästebüchern, die voller Kulturklub-Historie stecken: (von links): Vorsitzender Detlef Linke, Detlef Kaczmarek, Udo Eckart, Markus Matschuke, Jessica Loof, Johannes Stahl und Bürgermeister Ralf Abrahms.

Rolf Köhlert & Laura Wittig; Foto: Holger Schlegel

Songnacht-"Vater" Rolf Köhlert brachte dem Kulturklub zusammen mit Laura Wittig ein Ständchen dar.

Artikel: Christian Otto; Fotos: Holger Schlegel, Goslarsche Zeitung von Mo., 02.04.2007

Weitere Fotos unserer Geburtstagsfeier:

Margarete Demmnig & Wolfgang Schömbs; Foto: Holger Schlegel

Margarete Demmnig; Foto: Holger Schlegel

Wolfgang Schömbs; Foto: Holger Schlegel

Sascha Bendiks; Foto: Holger Schlegel

Der Vorsitzende spricht... ; Foto: Holger Schlegel

... die Gäste lauschen; Foto: Holger Schlegel

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