U-Bahn-KontrollöreBiene Maja mit den Fliegenklatschenaugen ist wieder daZweites Konzert der U-Bahn-Kontrollöre in tiefgefrorenen Frauenkleidern im Bündheimer Schloß
Wer am Samstagmorgen beim Frühstück einen Muskelkater im Kieferbereich festgestellt hat, der muss
am Abend zuvor beim Konzert im Bündheimer Schloß gewesen sein. Lachmuskelkater. Nicht ganz
unvorbereitet, denn die "U-Bahn-Kontrollöre in tiefgefrorenen Frauenkleidern" gaben ihr zweites
Gastspiel in Bad Harzburg, nachdem das erste im vergangenen Jahr für große Begeisterung beim
Publikum gesorgt hatte. Entsprechend groß war die Vorfreude auf das "Bad-Harzburg-Spezial" der
Kontrollöre, organisiert vom Kulturklub und mit einer Zuschauerzahl von nahezu 300 Leuten belohnt. Die
empfingen mit Jubel die fünf Künstler, die "alles mit dem Mund machen", singend, ohne
Instrumente, und dabei einen Sound erzeugen, dass die Boxen beben.
Die Kontrollöre sind mehr als die Summe ihrer Teile. Typen, die unterschiedlicher nicht sein können, verschmelzen zu einer Einheit der besonderen Art. Ihre Show präsentierten sie wieder voller Witz, voller absurder, großartiger Ideen. Rammstein verknäuelte sich unentwirrbar mit den Comedian Harmonists, Shaggy sang im Duett mit Kermit, Jan Delay vom spannenlangen Hansel und von dicken Birnen, Robbie Williams und Nicole Kidman standen im Katasteramt unter Strom. Die unvergessliche Biene Maja mit den Fliegenklatschenaugen war wieder da, die Hollywoodfilmschau der Hunde, eine boxende Mininonne, und Martina, die Dame aus dem Publikum, die so gerne Milchreis isst. Sänger Sebastian Rajkovic hatte im Vorjahr eine Frau aus der ersten Reihe für eine Liebeserklärung der besonderen Art ausgewählt. So auch in diesem Jahr. Bis er plötzlich stutzte, die Erwählte genauer betrachtete und fragte: "Waren wir nicht schon mal zusammen?" Ja es war wieder dieselbe: Martina aus der ersten Reihe. "Milchreis, Milchreis", trällerte da zart der Backgroundchor, bis er selber lachen musste. Filippo Tiberia - der Kleinste der Fünf, der, der im Stiefel des Größten schläft, Harald Bannoehr, Bühnensprengmeister mit "Killing in the Name" von Rage against the machine, Oliver Hartstack, Stiefelträger und Biene Maja, Matthias Keller, Bass `n Drums im Schottenrock und Mr. Hibbelisch Sebastian Rajkovic gaben alles auf dieser kleinen Bühne im Schloss. Sie boten stimmliche und körperliche Höchstleistungen. Zwischendurch plauderten sie über Bad-Harzburg-Eindrücke, denn für diesen Auftritt hatten sie ihr aktuelles Programm "Vollgas" extra modifiziert. Dieses Wiedersehen hat Riesenspaß gemacht. Ein irrwitziger, rasanter Abend wie ein Rausch, auf den der Kater folgte: der Lachmuskelkater.
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