"Songs for Valentine":Die Flügel eines Kolibris und ganz viel SoulDoppelkonzert im Bündheimer Schloß am Valentinstag ist eine Liebeserklärung an die MusikEs war der Abend der gefühlvollen Rockballaden und schmusigen Lovesongs. Die Bands "Two High" und "Who's That Girl" waren als Gäste des Bad Harzburger Kulturklubs ins Bündheimer Schloß gekommen und gaben ein Doppelkonzert zum Valentinstag. Zwei Bands, zwei Musikstile, zwei Stimmen, mehr als hundert Zuschauer, ein großartiger Abend.
Die Kölner "Two High", Alexandre Zindel und Andreas Segschneider, sind Minimalisten auf der Bühne. Mehr als eine Gitarre brauchen die beiden nicht. Seine Stimme hat Alexandre Zindel sowieso immer dabei. Wandernde Hände Wenn Andreas Segschneiders Finger beim "Summer of '69" immer schneller an den Saiten seines Instruments zupften, war es, als verfolge man den Flügelschlag eines Kolibris. Und das Ohr mochte nicht glauben, dass es wirklich nur sechs Saiten waren, die da klangen. Zum Glück konnte er auch langsamer. Denn schließlich war ja Valentinstag. Und so sah man spätestens bei Udo Lindenbergs Titel "Bis ans Ende der Welt" dann auch, wie die Hände einiger Pärchen im Publikum langsam aufeinander zuwanderten und sich zärtlich ineinander verschränkten. "Euer Vereinsheim?" Ganz wesentlichen Anteil an der romantischen Stimmung im Schloß hatte Sänger Alexandre Zindel. Weltstars wie Robbie Williams, John Lennon oder Sting - seine Stimme ging in diesem Chor nicht unter - nein, sie verpasste jedem in dieser Reihe sogar noch eine Extraportion Gefühl obendrauf. Der Auftritt von "Two High" war, ganz passend zum Valentinstag, eine einstündige Liebeserklärung an die Musik. Chris Schmidt, Frontfrau und Sängerin von "Who's That Girl", und Gitarrist Ralf Oehmichen bestachen nicht zuletzt durch ihre charmant- lockere Art mit dem Publikum umzugehen. "Einen Kulturklub habt Ihr in Eurer Stadt - und das hier ist Euer Vereinsheim?!" Soul in der Stimme Vor allem aber hatte Chris Schmidt Soul in der Stimme. Und wie. Altbekannte Stücke wie "I don't like Mondays" - im Original von Bob Geldof gesungen - wirkten in der Interpretation von "Who's That Girl" erfrischend neu und ungewohnt. Aber Chris Schmidt konnte auch ganz nah am Original sein: Bei "Here comes the Rain again" glaubte man mitunter, die eigentlich unverwechselbare Stimme von Annie Lennox zu hören. Die Stimmung war einfach riesig. Wären die Publikumsreihen im Schloß nicht bestuhlt gewesen, die Leute hätten wohl zu tanzen begonnen. Als das Duo nach mehr als einer Stunde großartiger Performance die Bühne verlassen wollte, kam es nicht einmal bis in die Nähe der Garderobe. Erst nach zwei Zugaben ließ das Publikum die Musiker ziehen. Allerdings nicht, ohne ihnen das Versprechen abzuringen, bald wiederzukommen. Ins Vereinsheim des Kulturklubs der Bad Harzburger.
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