Marion Henneberg:Eine Lesereise zu König HeinrichMarion Henneberg stellt ihren Historienroman vorUnd auf einmal steht man mittendrin. In der Harzburg. Geht quer über den Burghof, hinüber zum Palais des Königs, der genauso prunkvoll eingerichtet ist, wie man das aus der Kaiserpfalz kennt. König Heinrich IV. kommt, begrüßt einen, schaut einen mit seinem freundlichen Gesicht und seinem stechenden Blick an …
Es war eine kleine Zeitreise, die die Gäste des Bad Harzburger Kulturklubs dieser Tage im Bündheimer Schloß unternehmen konnten. Der Verein hatte die Autorin Marion Henneberg zu Besuch, die aus ihrem Roman "Die Tochter des Münzmeisters" vorlas. Das Buch spielt im tiefsten Mittelalter genau zu der Zeit, als Goslar und die Harzburg im Mittelpunkt der großen Politik standen. Und wo die Welt im Harz im wahrsten Sinne des Wortes noch ganz anders aussah. Wie, das beschreibt Marion Henneberg in ihrem Buch mit profundem Wissen. Leider aber sparte sie gerade diese Parts bei ihrer Lesung im Schloß weitgehend aus. Abgesehen vom Besuch auf der Harzburg hatte sie vielmehr genau die Stellen herausgesucht, in denen die Protagonisten der Geschichte und ihre Beziehungen zueinander vorgestellt werden. Von der Frau des Münzmeisters über die Freunde des Münzmeisters, die Feinde des Münzmeisters bis zur Tochter des Münzmeisters und deren Freunden, Feinden, Vorfahren, Verwandten. Und natürlich die Könige, Grafen, Herzöge. Und deren Freunde, Feinde, und, und, und . . . Das ist im Buch selbst schon eine ziemliche Menschenansammlung, aber irgendwelche Personen müssen ja in die historische Szene gesetzt werden. Bei einer Lesung, noch dazu einer, die nach nicht einmal einer Stunde schon vorbei ist, muss und will man sie aber nicht alle kennenlernen. Auch nicht die Hälfte. Dabei präsentierte sich Marion Henneberg, eine gebürtige Goslarerin, als charmante und angenehm anzuhörende Leserin und Erzählerin. Aber sie machte nicht zwingend Lust darauf, sich das Buch in Gänze zu Gemüte zu führen. Und das ist sehr schade.
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