Desimo´s Spezial-Club:

Von Mammutwürgern und Aufsitzrasenmähern

Kulturklub und Desimo präsentieren im Schloß besonders intensive Mix-Show

Wir sind gut gelaunt „, so begrüßte Detlef „Desimo“ Simon sein gespanntes Publikum am Dienstagabend im ausverkauften Saal des Bündheimer Schloß. Wieder einmal gab er seine Mix-Show mit Überraschungsgästen, die er nicht allzu lange hinterm Vorhang warten lassen wollte, denn da summte es schon geradezu voller Energie.

Bereits der erste Gast war eine Sensation. Fabien Kachev – in Frankreich ein Star der Comedy, in seiner Intensität vergleichbar mit Mr. Bean, kam auf die Bühne. Er zeigte Pantomime, verbunden mit grandioser Geräusch-Imitation. Was auf einer Landstraße alles passiert, wurde bei Kachev zu einem rasend komischen, akustisch-mimischen Comic-Strip. Das Geräusch von Pferdemist löste Lachattacken aus. Und wenn dann noch einer darin landet, ist das Slapstick-Kino im Kopf perfekt. Kachev würde an diesem Abend mehrere Auftritte haben. An dieser Stelle jedoch war das Publikum schon mal fix und fertig für den nächsten Gast.

Präzise Sprache

Das war Kerim Pamuk, Hamburger Türke, der mit seinen Identitäten ringt. „Früher als Türke da war ich aggressiv. Jetzt als Deutscher, da bin ich … empört.“ Früher hat er einfach Kinder gezeugt, jetzt muss er sich auf alles vorbereiten. Ein türkischer Macho beim Geburtsvorbereitungskurs, das ist … das ist … das geht eigentlich gar nicht. „Einst, da waren wir Männer doch Bestien, Killer, oder? Da haben wir das Mammut erwürgt und jetzt? Waden streicheln!“ Seine Verzweiflung brachte die Leute zum Lachen. Wirklich ein Genuss ist Pamuks Wortgewandtheit, seine reiche und präzise Sprache. „Bravo!“, riefen die Leute. Desimo, charmant wie immer, strahlte über die zweite gelungene Überraschung. Zudem las er die Gedanken von Ralf und Sabine aus dem Publikum.

Und dann kam wieder Fabien Kachev, startete seinen Renault mit Schiebedach, Rollgurt und Englisch-Lern-Kassette. Unglaublich, was in so einem Auto alles passiert und wie lustig es klingt, wenn alle Einzelteile in alle Richtungen davon hüpfen … Das Publikum hielt sich die Seiten und brauchte tatsächlich erst mal eine Pause.

Die zweite Hälfte der Veranstaltung erfuhr mit Axel Pätz eine nochmalige Steigerung. Er schleppte ein grauenvolles Geheimnis mit sich herum, das er am Klavier beichtete: „Ihr könnt mich prügeln, mich bespucken oder lynchen: ich bin Fan von Bayern München …“ Seine gepeinigte Mine sprach Bände, das Tastenspiel war perfekt, wechselte je nach Stimmung von Dramatik zu Easy Swing. Mit seinen Liedern voller Wortwitz und Trefflichkeiten wie „Aufsitzrasenmäher“ und „Blublubb ahaaaa - Geburtstrauma“ brachte er den Saal zum Johlen. Bei „Ü 80 Party“ (Prosecco in der Schnabeltasse) schnappte das Bad Harzburger Publikum schier über. Und mit „Schmähvideo“ nahm sich Axel Pätz eines Themas an, das Presse- und Medienleute geflissentlich meiden: Wie weit darf Meinungsfreiheit gehen? Axel Pätz sprach es aus. Wieder gab es ein inniges „Bravo!“ Und im Beifall klatschten sich die Leute dieses Gefühl einer unerträglichen Schieflage von der Seele.

Den Abschluss gestaltete Fabien Kachev, diesmal als Jäger, der diversem Waldgetier und einem Alien begegnet. Es war unnachahmlich.

An diesem Abend mit diesen vier Künstlern war es wie ein Rausch, eine solche Vielfalt an Witz und Ausdruckskraft zu erleben, „viele, viele Welten“, wie es Desimo ausdrückte. Für ein solches Erlebnis kann ein Publikum glücklich und dankbar sein.

Desimo ; Foto: Anke Reimann

Desimo präsentiert: ...

Fabien Kachev ; Foto: Anke Reimann

Fabien Kachev, ...

Kerim Pamuk ; Foto: Anke Reimann

Kerim Pamuk, ...

Axel Pätz ; Foto: Anke Reimann

und Axel Pätz.

Fotos und Artikel: Anke Reimann, Goslarsche Zeitung von Do. 27.09.2012

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