Emmi & Herr Willnowsky:

Das Unglück der Ehe in allen Einzelheiten

Emmi und Herr Willnowsky eröffnen Comedy-Saison

Lebenslange therapeutische Behandlung, da waren sich Emmi und ihr Mann ausnahmsweise einig. „Zumindest wird die Oma hinterher viel zu erklären haben“, beruhigten sie den neunjährigen Fabian in der ersten Reihe. Er war am Samstag mit seiner Großmutter bei „Emmi und Herr Willnowsky“. Das streitsüchtige Pärchen gastierte auf Einladung des Kulturklubs im Bündheimer Schloß.

Die Frustration ihrer unglücklichen Ehe breitete das Comedy-Duo in allen Einzelheiten aus. Im ausverkauften Saal waren Gäste Augenzeugen der alltäglichen Schlammschlacht, die sich das skurrile Pärchen leistet. Ausnahmslos gehen die beiden für ihren Kleinkrieg unter die Gürtellinie – und zwar mit kräftigem Anlauf.

Emmi, eine abgehalfterte Kammersängerin, will ihren Karriereabend auf der Bühne genießen, wenn da nicht ihr Mann Valentin Willnowsky wäre. Der gebürtige Russe begleitet seine deutlich ältere Frau nur widerwillig am Klavier. Ihrem gesanglichem Talent kann der Pianist nichts abgewinnen, genauso wie ihrem militärischem Befehlston.

So entwickeln sich ihre Konzerte zu einem Kriegsschauplatz, auf dem keine verbale Entgleisung ausgelassen wird. Aus Roberto Blancos Klassiker kreiert Willnowsky eigenwillig „Ein bisschen Hass muss sein“, worauf ihm seine frustrierte Frau musikalisch antwortet, „ein bisschen Ehe, das wünsch’ ich dir.“ Ein Happy End gibt es bei diesem kampferprobten Paar wohl nicht mehr. Beim dritten Gastspiel im Schloß kann Herr Willnowsky seinen letzten Musikwunsch des Abends nur noch winseln, bevor ihm seine herrische Ehefrau von der Bühne zieht: „Spiel mir das Lied vom Tod.“

Emmi & Herr Willnowsky ; Foto: Julian Philipp

Schon fast Stammgäste auf der Bühne im Bündheimer Schloß: Emmi und Herr Willnowsky eröffnen auf Einladung des Kulturklubs die neue Comedy-Saison.

Foto und Artikel: Julian Philipp, Goslarsche Zeitung von Di., 18.09.2012

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