Genesis Classic:

Ausverkauftes Konzert am Samstag mit Genesis classic im Bündheimer Schloß: Begeisterung pur beim Publikum

Ray Wilson und Bad Harzburg zum Zweiten: Diesmal im Bündheimer Schloß. Der Kulturklub Bad Harzburg hat ihn, seinen Bruder Steve, den Pianisten und die beiden Geigerinnen in das Bündheimer Schloß eingeladen und es mit Gästen gefüllt. Die wollten Genesis classic, bekamen das, waren so was von begeistert und gaben stehend Beifall.

„No son of mine...“ – wer das Genesis-Stück als Jugendlicher zum ersten Mal gehört hat: großer, großer Seelenschmerz. Über das Leben, das mit den Achterbahnfahrten, nicht das mit der geraden Spur, singt Ray Wilson. Neuanfänge hat er selbst, wie er sagt, so einige gestartet. Was macht ein Musiker mit solchen Erfahrungen? Er vertont und vertextet sie. Ray Wilson, als Genesis-Sänger Nachfolger von Phil Collins, hat seinen eigenen Kram in eigenen Stücken untergebracht, baut in die Programm-Dramaturgie ganz viel Zeug von Genesis ein – und von anderen Musikern.

Da ist Lebenstraurigkeit drin mit Sehnsucht und nicht erfüllbaren Träumen, aber auch ganz viel Lebensfreude. In den Stücken transportiert er das eine wie das andere, seine Instrumentalisten ziehen mit. Die Geigen geben eine große Fläche für nachdenkliche Songs, das Klavier leitet hinein und führt hinaus. Steve Wilsons Gitarre und seine Stimme tragen Ray Wilsons Gitarre und dessen Stimme, halten sich zurück, setzen sich genauso nach vorne durch – immer in Einigkeit mit dem Bruder. Die Geigen dürfen aber auch in den Vordergrund, genauso der Flügel. Alle dürfen im Laufe des Programms ihr eigenes Ding machen: Pianist, Streicher, Gitarristen und Sänger. Die Dramaturgie ist passig, die Soli gefallen – den Musikern und dem Publikum.

Das sieht das Zusammenspiel auf der Bühne: Steve Wilson lächelt zum Pianisten. Geigerin Basia Szelagiewicz lächelt Geigerin Alicja Chrzaszcz an. Beide halten Augenkontakt zum Pianisten Darek Tarczewski und zu Ray Wilson. Der spielt die Geigerinnen mit seiner Gitarre an, lenkt seinen Blick zum Bruder. Und beide Wilsons grinsen die Gäste an. Die haben sich einen tollen Abend gewünscht und ihn bekommen: Mit eher Langsamem im ersten Teil und eher Schnellem im zweiten. Der Applaus der Gäste für ein Stück geht schon mal in Rhythmus-Beigaben für ein folgendes über. Beim Ray-Wilson-Solo „In the air tonight“ – er steht ganz allein auf der Bühne – sind sie dabei: Das erste „Hold on“ zurückhaltend, das zweite stark. Ray Wilson: „That’s beautiful.“ Und sie finden ihn beautiful, schenkt er ihnen Pop und Rock in Singer-Songwriter-Manier und klassisch angereichert. Vivaldi-Töne fallen ein. „Land of confusion“, „Invisible touch“ wieder auf großer Streicherfläche. Die Spielerinnen stampfen ihre Nieten-High-Heels auf die kleine Extra-Bühne. Und die Gäste? Die stehen auf zum letzten Stück. Dann: Beifall, Zugabe, Mitsingen, „First we take Manhattan“, Beifall, Zugabe, „The river“, Mitsingen..., „Knockin’ on heaven’s door“. Beifall. Ende.

Ray Wilson ; Foto: Angela Potthast

Charismatisch: Ray Wilson, der Mann, der schon verdammt große Bühnen bespielt hat, ist auf eigenen Wunsch wieder nach Bad Harzburg gekommen. Atmosphärisch dicht ist sein Programm – nicht zuletzt wegen der beiden High Heels tragenden Geigerinnen Alicja Chrzaszcz und Basia Szelagiewicz. Da hat der Kulturklub wieder einen verdammt guten Griff getan...

Darek Tarczewski ; Foto: Angela Potthast

Konzentriertheit oder Lächeln: Pianist Darek Tarczewski ist die super-sympathische Klavierbegleitung.

Steve Wilson ; Foto: Angela Potthast

Hingabe: Steve Wilson nimmt die Gäste so richtig für sich ein.

Fotos und Artikel: Angela Potthast, Goslarsche Zeitung von Mo., 01.10.2012

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