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Der Harz ist verliebt in Lalelu

Grandioser Satzgesang mit prickelndem Humor beim Auftritt in Bad Harzburg - Publikum feiert die Akteure

Nahezu ausverkauft war der Kursaal in Bad Harzburg am Samstagabend: Lalelu war beim Kulturklub zu Gast. Sie sind Bad Harzburgs Lieblings-A-Capella-Gruppe - seit vielen Jahren immer wieder gern gesehen und vom Publikum gefeiert.

Gleich zu Beginn stellten sie ihren neuen Sänger vor: Frank Valet. Er kam für Sören Sieg, den bisherigen Moderator und Kopf von Lalelu. Sieg bleibt Texter, Komponist und Arrangeur der Gruppe, jedoch von nun an hinter den Kulissen.

Frank Valet war nicht zum ersten Mal in Bad Harzburg. Mit der Swing-Comedy-Gruppe "Die drei glorreichen Vier" gastierte er vor einigen Jahren bereits im Bündheimer Schloß. Fortan erklingt seine klassisch ausgebildete Stimme also mit Lalelu, die wieder eine sehenswerte, hörenswerte, lustige und tiefsinnige Vorstellung gaben.

"Pech im Unglück" lautete der Programmtitel der "A-Capella-Lebensberatung Lalelu". Sie steckte voller Weisheiten wie: "Ein guter Tag für den Adler ist ein schlechter Tag für das Huhn." Die allesamt gut aussehenden, stimmgewaltigen vier Akteure widmeten sich mit Hingabe den kleinen und großen Alltags-Frustrationen, beispielsweise dem Kampf zwischen Mann und Frau beim Thema Spazierengehen oder dem Vater-Sohn-Duell um die Zahl der erlaubten Eiskugeln. All dies lebte von der genauen Beobachtung und ihrer einfallsreichen Wiedergabe auf der Bühne.

Tobias Hanf war wieder der Mann mit dem tiefen, satten Bass in der Stimme. Er war Burnie, der Burner, der durchgeknallteste Querflötist, Daddy Cool und die Erdung im Gewebe der Stimmen und Stimmungen. Frank Valet war nicht nur Spaziergänger, sondern auch Körpertrommler mit brusthaarvernichtenden Percussionseinlagen. Er improvisierte gesanglich die Alltagsgeschichte eines Pärchens aus dem Publikum, war Michael Jackson und Tokio Hotel. Jan Melzer mit der Haarmähne war Gary Moores E-Gitarre. Mit Stimmverzerrer sang er das berühmte Solo von "Still got the Blues" zur Begeisterung der Leute im Saal. Er war zudem Kampfhundebesitzer, Beatboxer, Tänzer, Grönemeyer und Udo. Herzzerreißend sein: "Ich habe nicht nur keinen Sex, ich bin auch noch dafür bekannt" - des titelgebenden Liedes "Pech im Unglück".

Und diese drei Männer sind verliebt in SIE: Sanna Nyman, finnisch-mecklenburgische Schönheit mit Glockenstimme, Spaß am Quatsch und traumhaftem Hüftschwung. Sie war Shakira und Nana Mouskouri. Sie war die "Queen of Neid" und das mit Grandezza, Stimmkraft und abschließenden lustigen Geräuschen.

Wieder bezauberten und begeisterten Lalelu ihr Publikum. Sie müssen eigentlich gar nicht komisch sein, denn allein die musikalischen Darbietungen sind große Kunst und ein Genuss. Dass dazu noch der Humor zwickt und prickelt, macht ihre Auftritte lebendig und unwiderstehlich. Ihr Song "Hasennasenbusenbasen" ist ein meisterhaftes Beispiel dafür. Beim Zugabelied "Es ist wie es ist, sagt die Liebe" war es andächtig still im Zuschauerraum, kein Rascheln, kein Räuspern, kein Huscheln. Diese Stille im Saal hatte geradezu genauso viel Kraft, wie der begeisterte Schlussapplaus. Und so bleibt es wie es war: Der Harz ist verliebt in Lalelu.

Artikel: Anke Reimann, Goslarsche Zeitung von Mo., 05.11.2012

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