Desimos Spezial-Club:

Die Lieblinge des Herrn Desimo

Bei der neunten Spezial Club Show bekommt Gastgeber Detlef Simon eine Auszeichnung des Publikums

Er ist seit drei Jahren und acht Shows der Meister der unterhaltsamen Überraschung auf der Kulturklub-Bühne: Detlef "Desimo" Simon, Gastgeber des Spezial Clubs. Nun, bei der neunten Auflage, wurde er selbst überrascht. Das Kulturklub-Publikum hatte ihn zum Liebling des Jahres 2012 gewählt, zum beliebtesten Künstler der Saison. Gerade auf Desimo passt der Titel. Zum einen, weil ihn die Bad Harzburger in ihr Herz geschlossen haben. Aber "Liebling des Jahres" zu sein, ist für Desimo zusätzlich eine besondere Sache: Er selbst macht jeden Künstler, den er in seinen Überraschungsshows präsentiert, zum "Liebling des Abends". Jetzt ist er selbst einer. Und das nicht nur für einen Abend.

Drei Lieblinge hatte Desimo am Mittwoch mit ins Schloß gebracht. Künstler, die mit dem, was sie präsentierten, gar nicht weit auseinanderlagen: Spaß machen. Dennoch waren sie völlig unterschiedlich.

Liebling Nr. 1: Michael Feindler

Ein junger Bursche, 24 Jahre alt, dem man sofort glaubte, wenn er erzählte, wie das Leben in der Studenten-WG so ist. Feindler hatte den schwierigen Part, als erster Künstler ins Programm hineinzugeleiten. Das gelang ihm mit seinen ruhigen, klugen, nachdenklichen Liedern und Gedichten zunächst nur mäßig. Zumal mitunter auch die Pointen schlichtweg verpufften.

Sein zweiter Auftritt war da schon unterhaltsamer, vielleicht hatte man sich auch einfach nur an das zarte Kerlchen gewöhnt. Er überzeugte mit der Fähigkeit, fein geschliffene Gedichte und Lieder perfekt auswendig zu können und hatte viele neue Ideen im Gepäck. Zum Beispiel das Gedicht "Das Schäfchen und der Löwe". Auch der Wortwitz war durchaus gekonnt: Wo bitte sei der Unterschied zwischen Bildungs-Fernsehen und bildungsfern sehen? Letztlich machte Feindler einen guten Job - für sein Alter. Aber das hört er gar nicht gern.

Liebling Nr. 2: H.G. Butzko

Der Kumpel-Kabarettist, den die Bad Harzburger schon von einem früheren Solo-Auftritt kannten. Sein Programmausschnitt war mächtiger Kontrast zum zarten Feindler. Butzko ackerte sich solide und handfest wie ein Bauarbeiter (so schaut er auch aus) durch viele Themen, am liebsten durch die große Politik.

Und da machte er es sich ganz leicht: Er zitierte. Das ist nicht neu, war aber doch ganz unterhaltsam, weil er ordentlich gesucht und das Richtige gefunden hatte. Sätze wie "…dass man bereit sein muss, an seine Grenze zu gehen, das konnte man in der DDR nicht", sind doppelt witzig, wenn man erklärt bekommt, dass sie wirklich von Angela Merkel stammen. Wobei laut H.G. Butzko Frau Merkel rhetorisch lange nicht das Ende der Fahnenstange ist. Das sei ja dann wohl eher Rainer Brüderle, der eigentlich für seine Sprüche den Edmund-Stoiber Gedächtnis-Orden verdiene.

Liebling Nr. 3: Nils Heinrich

Er hat den Titel Liebling des Abends beim neunten Bad Harzburger Spezial Club wirklich verdient. Das war echt mal was anderes. Da gab es mal Pointen, die man noch nicht kannte. Welche Farbe hat eigentlich der Rauch, wenn das Papa-Mobil brennt? In der Provinz hat jeder Familienstammbaum nur einen Ast. Heinrich brachte sogar - und das hatten die Bad Harzburger echt noch nie erlebt - Lokalkolorit ins Spiel. Er kommt ja aus dem Land, das früher "drüber" hieß, und zwar aus Sangerhausen (heute lebt er in Berlin). Und wohin fuhr seine Familie in den Urlaub, als er klein war? In den Harz. Denn alle sind so kurzsichtig, dass die Eltern einfach nie erkannt haben, wie nah der Harz doch eigentlich ist. Und einem fast echten Harzer verzeiht man auch, wenn er den Namen des Mittelgebirges durch den Kakao zieht. Harz? Das klinge doch, als ob sich ein bulimiekranker Hund die Pfoten in den Hals steckt.

Detlef DESiMO Simon, Michael Feindler, H.G. Butzko und Nils Heinrich ; Foto: Holger Schlegel

Das Quartett der Lieblinge nimmt nach getaner Arbeit die Ovationen entgegen (v.l.): Detlef "Desimo" Simon, Michael Feindler, H.G. Butzko und Nils Heinrich.

Foto und Artikel: Holger Schlegel, Goslarsche Zeitung von Fr., 01.03.2013

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