Helge & das Udo:

Shakespeare von Komödianten geschüttelt und verrührt

"Helge und das Udo" Improvisation und Wortgewalt im Bündheimer Schloss

Das Publikum freute sich schon. Bis in die letzten Reihen war am Sonnabendabend der Saal im Bündheimer Schloss besetzt. Der Kulturklub hatte zum zweiten Mal das Komödiantenduo Helge Thun und Udo Zepezauer eingeladen. Die beiden hatten schon bei ihrem ersten Besuch vor einem Jahr die Leute erschöpft vor Lachen in ihren Stühlen zurückgelassen. Nun sollte sich der Vorgang mittels neuer Sketche wiederholen.

Sonst macht´s ja keiner

"Helge und das Udo" nennen sie sich. Helge kommt aus Kiel, Udo aus Schwaben. Heute siedelt ihr Comedyclub in Tübingen. Von dort starten sie ihre neue Offensive auf die Lachmuskeln der Nation mit ihrem neuen Programm "Sonst macht´s ja keiner".

Es ist bei Comedy-Programmen oft so, dass unter der Oberfläche der Kern eines bestimmten Talentes steckt, der dem Ganzen seinen Charakter und die Würze verleiht. Bei Knacki Deuser und Dietmar Bachmann war dies zum Beispiel der Tanz. Bei Helge und Udo ist es das Theater. Durch ihr Programm wehte von vorne bis hinten Theaterluft, und dass sie professionell ausgebildete Theaterschauspieler sind, machte die Reise durch ihre Welt zu einem großen Vergnügen.

Wenn zum Beispiel die Tierpantomimen von Udo zum Brüllen komisch sind, dann nicht nur, weil die Grimassen so lustig aussehen, sondern weil Bewegung, Timing und Mimik bis ins Detail ausgefeilt sind und Helge den dazu passenden Konterpart gibt, wortreich zwar, doch auch stets sekundengenau auf die Kapriolen seines Bühnenpartners reagierend. Zur Spielfreude kommen zu Bergen gehäufter Wortwitz, Helges fingerfertige Zauberkünste und Udos starke Auftritte als Sänger.

Sie spielten innig schräg gereimte Shakespeare-Stücke in drei Minuten. Udo war Romeo, der den Gifttrank trinkt, aber nicht umfällt. "Was ist denn nun", fragte Helge, aus Reim und Rolle fallend." "Nix", sagte Udo. "Ich merk nix." Helge drängte: "Mach hin, wir haben nur drei Minuten!" Sie spielten als Hommage an Heinz Erhard eine Szene nur mit Worten, die mit "D" anfangen. Dabei kam ihnen natürlich sehr entgegen, dass sie gerade in "Dad Darzburg" gastierten.

Immer wieder kam es zu den verrücktesten Dialogen - bekifft auf einer Parkbank oder völlig betrunken an der Bar. Auch sangen und rappten sie, boten improvisierten Ausdruckstanz mit offenem Ende sowie einen hyperaktiven buddhistischen Lama, zeigten auch "Hamlet" und "Orpheus und Eurydike" in drei Minuten und erfanden den Korealabär.

Der Lieblingssketch

Lieblingssketch des Abends war ein Stück aus dem Theatersport, bzw. Improvisationstheater: Ein Zuschauer sagte seinen Beruf und den Beruf, den er als Kind einmal lernen wollte. Udo hielt darüber einen Vortrag. Doch es gestikulierten dazu nicht seine eigenen Hände, sondern, unter Udos Achseln durchgeschoben, die von Helge. Die ausdrucksvollen und ausgefallenen Gesten Helges gaben vor und Udo musste sich dazu blitzschnell den passenden Text ausdenken. So etwas in solcher Qualität zu erleben, ist für ein Publikum immer eine Freude. Begeisterung kochte im Saal, genau wie vor einem Jahr. Dieses Wiedersehen hat großen Spaß gemacht.


Helge & das Udo ; Foto: Angela Potthast

Udo (li.) als Affe laust den Helge. Bei solchen und anderen Einlagen kommt die Theaterausbildung der beiden Kabarettisten besonders zum Tragen.

Foto und Artikel: Angela Potthast, Goslarsche Zeitung von Di., 23.04.2013

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