High Five:

Geschichten von Schnuckiputzis in Tönen, Worten und Tanz

"High Five" liefern "Mundesjugendspiele" im Schloß ab, und das entzückte Publikum hebt die A-cappella-Musiker aufs Siegerpodest

In ihren Disziplinen waren die fünf Jungs am Samstagabend Anwärter auf Spitzenplätze: Gesang, Text, Choreografie - und Sympathiefang. Die A-cappella-Gruppe "High Five" ging in die Startblöcke. Ausrichter ihrer "Mundesjugendspiele" war der Kulturklub Bad Harzburg, die Sportstätte das Bündheimer Schloß.

Direkt aus der Aufwärm-Garderobe kommen Hannes Herrmann, Sebastian (Sebi) Hug, Jannis Kirchner, Lukas (Luki) Luem und Ulrich (Uli) Stoll. Völlig locker. Noch in Kapuzensweatshirts. Die müssen runter. Und schon stehen da die Fünf - adrett-nett die Klamotten, die Frisuren, das Gesamterscheinungsbild.

Das Metrosexuelle

Sie singen das Lied über die Schnuckiputzis und Pupsibären der Beziehungswelt. Eines für die Boys von Bad Harzburg, die metrosexuell werden dürfen. Jeder Mann habe das Recht auf eine Ganzkörperepilation, meinen sie - "weil wir es uns wert sind". Aufgespritzte Lippen? Auch die beim Mann - zum Besserküssen. Die fünf Bühnenmänner müssen wohl noch nicht unters Messer, so jung wie sie sind als Studenten. In anderem haben sie aber schon Erfahrung und haben das vertextet und vertont. Traurig ist das, was Uli erzählt und was die anderen Vier mit "uuuh, aaah, schschsch" hinterlegen: Zwei Menschen, deren Uhr abgelaufen ist, zwischen denen kein Funke glimmt. Oooh, da stellt sich Mitleiden ein. Ist bei "High Five" aber nicht nötig. Das Traurige entpuppt sich als pure Ironie aufs "Speeddating".

Philosophisch können es die fünf Offenburger genauso, wie beim Stück über die Bahn: "Irgendwann kommen wir alle am gleichen Ziel an () früher oder später () schluss-endlich." Die Bässe dröhnen, Trompetentöne mischen sich mit rein - erzeugt durch ihre Stimmen, eben a cappella. Schlag- und Effektinstrumente haben ihre Münder und Rachen auch drauf. Zeitlupe und Höchstgeschwindigkeit können sie zudem. Zur Demonstration holen sie Gast Birgit auf die Bühne. Sie gibt vor, ob die Jungs sich beim Singen fast überholen oder ob sie jeden Vokal bis ins Äußerste dehnen sollen. Bei diesem Stück stehen sie nebeneinander, was die Ausnahme ist. Sonst sind ihre Körper in ständiger Aktion: Formationswechsel von Lied zu Lied und von Liedteil zu Liedteil. Choreografisch wirklich was fürs Auge. Und irgendwie eine Belastungsprobe für Bühne und Traverse.

Für das Publikum nicht, das hat die Fünf sehr gern. Selbst wenn Jannis Lehramtsstudent ist. Allerdings: "Er kann", plaudert Hannes aus dem Freundesnähkästchen, "fließend Deutsch, Kinderenglisch und Elbisch". Wie gut Jannis mit seiner Muttersprache und den oft eingebauten Fremdwörtern klar kommt, demonstriert er: Er nutzt bei TUI jedes Terroristenangebot, lässt sich produzieren, zieht sich aus der Atmosphäre.

Die Sehnsüchte

Ja, die und der Klimawandel. Über den schwadronieren die Fünf auch - unter anderem mit Beat-boxelementen als Instrumentenersatz. Sie lassen durchblicken, dass sie Sehnsüchte haben: Die als WG-Bewohner zurück zum Hotel Mama, die zur nicht mal selbst erlebten Woodstockzeit und die zum Stricken. Wildverrücktes mögen sie allerdings ebenfalls: In ihrer eigenen "Acappellypse" erzeugen sie so was wie Weltuntergangs-Walpurgis- Stimmung.

Pfiffe, Rufe, Klatschen. Das Publikum will mehr, fordert Zugabe nach Zugabe nach Zugabe. Ein Stück mit "Hänschen klein"- und "Muss i denn, muss i denn"-Me-lodie, zwei in englischer Version. Die oberste Stufe des Siegerpodestes haben "High Five" am Samstagabend in allen Disziplinen geschafft - völlig locker.

High Five ; Foto: Angela Potthast

Zum zweiten Mal im Bündheimer Schloss: Uli, Hannes, Jannis, Luki und Sebi, die "High Five". Pfiffe, Rufe, Klatschen, alles zusammen kam vom Publikum als super positive Resonanz auf ihre Bühnenleistung, auf Selbstgetextetes, -komponiertes und -getanztes.

Foto und Artikel: Angela Potthast, Goslarsche Zeitung von Di., 09.04.2013

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