Michael Krebs:

Der Flüsterfuchs-Vernichter ist wieder da

Gelächter im Schloß Bündheim - Musikcomedy auf Einladung des Kulturklubs Bad Harzburg mit dem Musiker Michael Krebs

"Flüsterfuchs - Nein Danke!" hieß es am Freitagabend wieder auf der Kleinkunstbühne des Kulturklubs im Bündheimer Schloss. Zum zweiten Mal durfte das Publikum in Bad Harzburg den Musiker Michael Krebs erleben, den Kämpfer für die Rettung der "Pommesgabel des Teufels" als weltweites Zeichen für Schwermetall-Rock, Headbanging, Wacken, kurz: für den schönsten Krach, den sich ein Rocker vorstellen kann.

Mit 250 Zuschauern war der Saal bis in die hinteren Reihen voll. Die Stimmung war von Anfang an ausgelassen, sodass schon beim ersten Lied "Mach mit…Integration" ein fröhlicher Chor aus dem Zuschauerraum schallte.

Michael Krebs, der Hamburger mit schwäbischen Wurzeln, wickelte mit seinem Programm "Es gibt noch Restkarten" die Leute regelrecht um seinen Finger. In seinen Liedern und Geschichten nimmt er moderne Phänomene und Sprachgepflogenheiten aufs Korn. So zum Beispiel, wenn er über seine verkorkste Kindheit singt: "Damals hat noch keiner den Superstar gesucht - unser Leben war frustig, wir hatten nur Peter Lustig." Oder wenn er über seine Begegnung mit einer "Brotberaterin" am Tresen einer Bäckerei plaudert. "Dort weiß ich, dass ich nur austherapiertes, glückliches Brot bekomme!" Schön auch sein "Macht euern Scheiß doch alleine, Leude", mit dem er Alltagsplagen wie Telekom-Anrufe, Treuepunktesammelaktionen, Facebook-anstupser aufs Korn nimmt, eben solche Situationen: "wenn euer Auto euch anpiept, weil ihr 'ne Tasche auf den Beifahrersitz stellt".

Schon aus diversen Fernsehauftritten bekannt ist sein i-Phone-Lied über den Untergang von Microsoft, "wenn die vier applekalyptischen Reiter losziehen und alles Apple wird und es ‚Jobs für alle' gibt" - "Alles würde von Apple sein - auch das Weiß an der Wand, es wäre ein i-weiß!"

Prächtig amüsierte sich das Publikum über Metallica-Anbetung und Kreator-Parodie. Michael Krebs schreibt nicht nur lustige Texte über den alltäglichen Wahnsinn, er ist auch ein hervorragender Musiker am Klavier. Unter seinen Händen scheint sich das Piano zu verselbstständigen - unter den Händen ausgefeilte Melodien, im Körper Rock'n'Roll: Er spielt und singt so, dass es ihn selbst vom Hocker reißt. Großartig seine Zugabe mit dem ver-Richard-Clayderman-ten Medley aus Songs von Frank Sinatra über Michael Jackson bis AC/DC und Die Fantastischen Vier. Da spielten die Hände eine andere Melodie, als die Kehle schmetterte - das muss erst mal einer nachmachen. Eigentlich geht so was nicht.

Sein Publikum dankte ihm mit begeistertem Applaus mit steter Mitsingbereitschaft, Jubel und Gelächter. Der Künstler gab den Dank zurück, ihm habe es Riesenspaß gemacht. Ein glaubwürdiger, gern gesehener, sympathischer, musikalisch hochkarätiger Gast war das wieder einmal.

Foto: Anke Reimann

Eine typische Pose für den Kämpfer für die Rettung der Pommesgabel des Teufels: Michael Krebs wickelt die Leute mit seinem Programm "Es gibt noch Restkarten" im Bündheimer Schloß regelrecht um den Finger.

Foto und Artikel: Anke Reimann, Goslarsche Zeitung von Mo., 28.01.2013

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